Balanced Scorecard im mittelständigen Dienstleistungsbereich- Masterthesis von Georg Knobloch im Studiengang |
![]() |
Executive Summary Integrierte Managementsysteme werden für den langfristigen Erfolg einer Unternehmung immer wichtiger. Unter den in den letzten Jahren entwickelten strukturierten Systemen gilt die Balanced Scorecard als ein Erfolgsmodell. Ihre Positivattribute reichen von Ganzheitlichkeit, über Mehrperspektivität, Transparenz bis zu Pragmatik. Entwickelt wurde das System Anfang der 1990er Jahre von Robert S. Kaplan und David P. Norton. Grundlage bildet eine formulierte Strategie, die neben den Finanzzielen der Eigentümer auch Ziele anderer Stakeholder sowie des Unternehmensumfeldes berücksichtigt. Aus üblicherweise vier Blickwinkeln ![]() Das System wurde von der Industrie schnell übernommen. Weitgehende Unklarheit herrscht jedoch im Bereich der Dienstleistungen, wo das System nur zögerlich Verbreitung findet. Diese Arbeit soll für die betrachteten Teilbranchen folgende Hypothese klären: Die Balanced Scorecard ist ein geeignetes strategisches Steuerungs- und Kommunikationsinstrument für bildende und beratende Dienstleister. Zur Bearbeitung der Hypothese wurde die Arbeit der Erfinder als erstes kritisch hinterfragt. Die ursprünglich vorgeschlagenen vier Perspektiven Finanzperspektive, Kundenperspektive, Prozessperspektive und Potentialperspektive haben sich in den meisten Unternehmen bewährt, genau wie Ursache-Wirkungsbeziehungen ![]() Verschiedene BSC Ansätze werden dann in einer Quellenauswertung kritisch analysiert. Die wichtigsten, immer wiederkehrenden Empfehlungen beziehen sich auf die vier häufigsten Fehler bei der Implementierung: Nutzung zu vieler, aber nicht der wirklich erfolgsentscheidenden Kennzahlen, unreflektierte Übernahme von BSCs oder Kennzahlen von anderen Unternehmen, halbherzige Unterstützung durch das Topmanagement sowie die Versuchung, Leistungen des Einzelnen zu messen und Entlohnungssysteme mit der BSC zu verknüpfen. Die BSC gilt als strategieorientierter Frameworkansatz ![]() Die Ergebnisse wurden anhand von zwei Primäruntersuchungen unterstützt. Für den Bereich der beratenden Dienstleistungen wählte ich die Methode des Tiefeninterviews, wobei ich eine Strategieberatung, eine Subventionsberatung, eine IT-Beratung und ein integriertes Beratungshaus zu ihren Erfahrungen mit dem Managementsystem befragte. Für den Bildungsbereich führte ich eine begleitende Beobachtung bei Mitarbeitern aller Hierarchiestufen eines Bildungsinstituts durch. Dabei stand neben der Vorstellung des Systems und einer Softwareumsetzung ![]() Die Interviews im Bereich Beratung zeigten eine intensive Auseinandersetzung mit der Thematik innerhalb der Branche. Einige Gesprächspartner schätzten jedoch ein, das die BSC nach ca. 10 Jahren in ihrem Produktlebenszyklus bereits die Reifephase erreicht hat und durch neue Systeme ergänzt bzw. obsolet wird. Stärke wird dem System nach wie vor bei anschaulicher Visualisierung, guter Verständlichkeit und Komprimierung der Informationen auf das Wesentliche zuerkannt. Die begleitende Beobachtung zeigte die gute Verständlichkeit und das hohe Aktivierungspotential der BSC bei gleichzeitiger Zurückhaltung gegenüber amerikanischen Managementmethoden. Insgesamt konnte die Hypothese bestätigt werden, wobei der größere Effekt bei mittelgroßen Bildungsdienstleistern zu erwarten ist. Kleine Unternehmen schätzen ihre Steuerungsmöglichkeiten als zu gering und die innerbetriebliche Kommunikation als zu intensiv ein, als dass sie durch die Nutzung der BSC entscheidende Vorteile erwarten. |
Weitere Ressourcen
Informationen & Kontakt
|
![]() ![]() ![]() ![]() |